Strom- und
Wasserversorgung
Die Wasserversorgung Dössels erfolgte in der Vergangenheit
durch Brunnen. Möglicher Bakterienbefall stellte ein hohes Risiko
dar. In trockenen Sommern trat häufig Wasserknappheit ein.
1912 beschlossen die Gemeinden Dössel, Hohenwepel,
Menne und Ossendorf den Bau des "Verbandswasserwerks Ossendorf". Aus Dössel
waren Bürgermeister Josef Nutt und Dr. jur. Heinrich Fischer beteiligt.
Die Brunnen und das Pumpwerk wurden in Ossendorf nahe der Diemel, ein Wasserturm
in Hohenwepel errichtet. Die Anlage wurde im November 1913 ihrer Bestimmung
übergeben.
Das Wasser wird zum 5,5 km entfernten Wasserturm in Hohenwepel
gepumpt, aus dem auch Haus Riepen und Dössel ihr Wasser beziehen.
Die Anlage wurde in den Jahren 1959 bis 1960 ergänzt und grundlegend
verbessert.
oben: Polizeiverordnung von 1913 über den Anschluß
an das Verbandswasserwerk
unten: Gesamtwasserabrechnung für die Gemeinde
von 1929
1912 beschloß die Gemeindevertretung den Anschluß
an das Stromnetz. 1914 wurde ein Stromliefervertrag mit dem Kreis Warburg
geschlossen. Wegen des Kriegsausbruchs konnte der bereits begonnene Ausbau
des Ortsnetzes jedoch erst 1919 zu Ende geführt werden. Die Arbeiten
beinhalteten u. a. die Installation von 11 Straßenlaternen und 92
Hausanschlüssen. Die gegenüber der Veranschlagung von 1914 entstandenen
Mehrkosten von 35 % wurden durch eine Umlage von den Gemeindemitgliedern
erhoben.
Rechnung über den Stromanschluß aus dem
Jahr 1919
1920 übernahm die Gemeinde das bisher vom Kreis betriebene
Ortsnetz in eigene Regie und schloß einen 40jährigen Stromliefervertrag
mit dem Zweckverband "Überlandwerk Edertalsperre Cassel" ab. Der Anstieg
des Stromverbrauchs machte 1970 den Bau einer 110 kV-Leitung von Ossendorf
nach Dössel erforderlich.
Seit 1995 erzeugen zwei von Dösseler Landwirten errichtete
Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von je 600 kW Strom und speisen
ihn in das Netz der EAM ein.