Aus der Geschichte
bis zum 18. Jahrhundert

Dössel liegt im Zentrum der fruchtbaren Warburger Börde, die bereits seit der älteren Jungsteinzeit besiedelt ist. Mehrere Fundstücke aus dieser Zeit lassen vermuten, daß bereits zu dieser Zeit auf dem Gebiet des späteren Ortes Menschen gesiedelt haben.
Bereits um das Jahr 1000 wurden die heute verschwundenen, einst nahe Dössel gelegenen Orte Dalpenhusen (bei Haus Riepen) und Sielheim (zwischen Dössel und dem Desenberg) erwähnt. Der Flurname "Sielheimer Feld" erinnert noch heute an dieses Dorf.

Der Name Dössel selbst taucht erstmals um 1200 in einem Güterregister des Klosters Corvey auf. Bei der Neueinteilung der Archidiakonate 1231 wird die Pfarrei Dössel bis 1230 als zur Pfarrei Eissen gehörig bezeichnet. Bei der Neueinteilung gelangte die Pfarrei zum Archidiakonat Warburg. Andere Erwähnungen Dössels findet sich in Urkunden der Jahre 1286 und 1291, wo von einem "Hermannus de Dusele" die Rede ist.
 

Der Familienname von Dössel ist seit dem Jahre 1200 bekannt, so bei Ratsmitgliedern in Borgentreich und in Warburg, wo Hermann von Dössel 1434 und 1436 Bürgermeister der Altstadt und am Zusammenschluß von Altstadt und Neustadt im "Groten Breff" von 1436 beteiligt war.
 
 
 

Der Warburger Bürger
Hermann von Dössel
wird in einer Verkaufsurkunde
von 1304 als Zeuge aufgeführt.
Original: Stadtarchiv Warburg, U II.
 
 

Auch später hatte Corvey in Dössel Besitz, er wurde teils den Familien von Pappenheim und von Geismar zu Lehen gegeben, teils an die Klöster Abdinghof in Paderborn und Hardehausen verkauft. Der Rest des Dösseler Grund und Bodens gehörte den Grafen von Waldeck und Everstein sowie den Familien von Niehausen und von Spiegel. 1416 verpfändeten Angehörige der Familie von Spiegel einen Besitz in Dössel für vier Jahre als Gegenleistung für 200 erhaltene rheinische Gulden an das Kloster Hardehausen. Die noch heute gebräuchlichen Flurbezeichnungen "Riehöfe" und "Pöppelhöfe" könnten auf die Existenz größerer Höfe in der Dösseler Gemarkung hindeuten.

 

Plünderungsszene aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
Aus: Mathäus Merian, Theatrum Europaeum, Frankfurt 1643
 
 

Im Dreißigjährigen Krieg hatte Dössel schwer zu leiden: 1648 gab es im Dorf nur noch 12 zahlungsfähige Bauern, 25 Höfe lagen wüst.
Im Siebenjährigen Krieg plünderten die Engländer 1760 nach der Schlacht gegen die Franzosen sämtliche Gebäude des Dorfes und das Pfarrhaus derart, daß 1764 eine allgemeine Kirchenkollekte für die Instandsetzung ausgeschrieben werden mußte.
 


 
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