Zur Geschichte der Familie von Geismar auf Riepen

Gut Riepen und die Adelsfamilie von Geismar waren eng mit der Dösseler Geschichte verbunden.

Bereits um 1200 war die Familie von Geismar im Gefolge adeliger Burgmannen in Warburg ansässig und gehörte zu den führenden Familien in der Stadt. 1314 führte Bürgermeister Johann von Geismar Warburger Bürger in die siegreiche Schlacht am  Desenberg. Seit 1410 besaßen die von Geismar den "Dalpenhof" bei Lütgeneder als Paderborner Lehen. Dazu gehörte seit 1533 ein Grundstück, genannt der "Ripe".
 

                
Details aus dem Geismar-Altar in der Warburger Neustadtkirche;
links: Wappen der Familie von Geismar;
rechts: Bildnis des Altarstifters Bernhard von Geismar
 
 
Wegen Streitigkeiten über die Besteuerung auswärtiger Güter verließ die Familie 1667 Warburg. Eine Linie siedelte sich noch im gleichen Jahr gegen den Widerstand Dösseler Bauern auf dem "Ripe" an und erbaute dort Haus Riepen. Der Westflügel des Gutshauses stammt noch aus dieser Zeit und ist damit das älteste erhaltene Gebäude Dössels. 1687 wurde Haus Riepen in das Verzeichnis der ritterschaftlichen Güter eingetragen.
 
Das 1667 errichtete Gutshaus von Haus Riepen
 
 
Die Dösseler Linie der von Geismar hat zwei berühmte Mitglieder hervorgebracht:

1680 wurde Caspar Ferdinand geboren, er regierte von 1728 bis 1757 als Benedikt, Fürstabt zu Werden und Helmstedt. Unter ihm wurde 1754 der schloßartige Mittelteil der Abtei Werden erbaut, in dem heute die Essener Folkwangschule untergebracht ist.
 
 

General Friedrich Caspar von Geismar
(1783 - 1848)
nach: An Ems und Lippe 1987
 
 
Ein weiteres berühmtes Mitglied der Riepener Linie war der russische  General Friedrich Caspar von Geismar. Er war 15jährig als Kadett in das österreichische Deutschmeister-Infanterieregiment eingetreten. Nach der Niederlage Österreichs gegen Napoleon trat er 1805 in die russische Armee ein. Seit 1812 kämpfte er gegen französische Truppen. 1813 rettete er die Stadt Weimar vor der Zerstörung durch Napoleon.  

Bei der Verfolgung Napoleons soll er nach einem zeitgenössischen Heeresbericht als erster russischer Soldat bei St. Quentin französischen Boden betreten haben. Im Alter von fünfundsechzig Jahren starb Fjodor Klementjewitsch - wie er im Zarenreich genannt wurde - in St. Petersburg. Vom Zaren waren ihm höchste Orden verliehen worden. 

 

 
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