Im 19. Jahrhundert erkannte man, daß die Zersplitterung
der Ländereien für die Bewirtschaftung von Nachteil war. 1846
führte der preußische Staat im Sielheimer Feld eine Flurbereinigung
(Separation) durch. Die Pfarrchronik berichtet von manchen Feindseligkeiten
unter den Familien, zu Tätlichkeiten und Verfolgungen wie andernorts
kam es jedoch nicht.

1867 waren die Maßnahmen weitgehend abgeschlossen. Man hatte u. a. bessere Verbindungswege geschaffen, durch Drainage das Grundwasser abgesenkt und neues Ackerland gewonnen.
Um die Jahrhundertwende siedelten die ersten Betriebe
an den Ortsrand. Erneuter Landkauf führte aufgrund der Lage der Feldstücke
in den Fluren zwangsläufig wieder zur Zersplitterung, die zu langen
Wegen zwischen Hof und Feldern führte.

1957 leitete das Warburger Kulturamt (heute: Amt für
Agrarordnung) das Flurbereinigungsverfahren ein. Es umfaßte die Zusammenlegung
und die Drainage von Feldern, den Bau von Wirtschaftswegen, die Anlage
von Hecken, den Umbau des Gewässernetzes sowie die Aussiedlung in
die Feldflur. Zu Beginn lehnten viele Betroffene die Maßnahmen ab,
lange Zeit war das Dorf in Gegner und Befürworter gespalten. Als sich
die Wogen geglättet hatten, konnten die Verhandlungen über den
Ausgleich der Ländereien beginnen. Bei der "Dorferneuerung" wurden
16 landwirtschaftliche Betriebe in moderne Höfe in der Dösseler,
Daseburger und Warburger Flur ausgesiedelt. Durch Abriß eines Großteils
der nicht mehr genutzten Hofstätten konnte der Ortskern aufgelockert
werden.

Aus heutiger Sicht ist der Verlust mancher Gebäude
sowie die Anlage der breiten Straßen für das in Jahrhunderten
gewachsene Ortsbild sicher zu bedauern, aber nicht mehr rückgängig
zu machen. Insgesamt jedoch hat die Flurbereinigung für die Entwicklung
des Ortes überwiegend Vorteile gebracht.
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