Zur Geschichte
der Familie Fischer auf Riepen
Noch 1818 wurde die Familie von Geismar als auf Riepen
ansässig erwähnt, doch im Laufe des 19. Jahrhunderts verlieren
sich ihre Spuren in Dössel. Die zweite Familie, die Haus Riepen entscheidend
geprägt hat, war die der Fischers.
Der 1896 errichtete Anbau von Haus Riepen
um die Jahrhundertwende
Die Familie Fischer war seit dem 17. Jahrhundert in Warburg
ansässig. 1821 heiratete Viktoria Fischer den später zu Wohlstand
gekommenen Pierre Charvin. Witwe Viktoria Charvin, geborene Fischer, stiftete
beträchtliche Summen für soziale und kirchliche Zwecke, so 1861
eine neue Orgel für die Neustadtkirche, während die alte in die
neue Dösseler Kirche kam. Ihr Bruder Robert erwarb die Güter
Menne und Riepen. Sein in Paris geborener Sohn Heinrich (1865 - 1917) übernahm
1891 Haus Riepen. 1896 errichtete er einen repräsentativen Anbau an
das 1667 erbaute Gutshaus. Mit seiner Frau Lilly, geborene Ritgen vom Klostergut
Wormeln, setzte er die Tradition der Familie Fischer u. a. mit der Stiftung
neuer Kirchenfenster und der Renovierung der Prozessionsstationen am Nord-
und Südeingang des Dorfes fort.
Dr. jur. Heinrich Fischer
Lilly Fischer, geborene Ritgen
Lilly und Dr. jur. Heinrich Fischer 1895
Nach dem Tode Heinrich Fischers übernahm seine Witwe
Lilly die Leitung von Haus Riepen. Sie führte die Landwirtschaft weiter
und widmete sich vor allem der Pferdezucht. In den zwanziger Jahren engagierte
sie sich in der Landfrauenbewegung und wurde nach Gründung der "Westfälischen
Landfrauenvereinigung" von 1929 bis zur Auflösung 1933 deren erste
Vorsitzende.
Heute wird Haus Riepen von Manfred Fischer bewirtschaftet.
Ausschnitt aus einem
von der Familie Fischer
gestifteten Fenster im
Seitenschiff der Dösseler Kirche